Der Köterberg an der langscheidchen des paderbornschen lippberger Gebietes mag wohl eher dem Götterberg geheißen haben. Viel erzählt von ihm die sage, dass er innen voll mit Schätzen sei. Dass an seinem beharzten Fuße eine Harzburg gestanden habe, deren reste noch zu sehen und bei Südenburg zwei Stunden von hier, eine Hüneburg. Öfters haben die Hünen, die drüben wohnen, mit Hämmern erüber geworfen. Einem Schäfer, der drüben die Schafe hütete, erschien eine Göttin in silberner Tracht. Sie trug in ihrer Hand die Springwurz, reichte sie dem Schäfer und sagte:
“Folge mir.” Da freute sich der Schäfer und folgte ihr, voller Vorfreude, in den Köterberg hinein. Bis am Ende eines Ganges eine schwere Eisentür das Weitergehen hemmte. “Halte die Springwurz an das Schloss”, und als der Schäfer gehorchte sprang die Tür knarrend auf. Nun wanderten sie weiter. Tief, tief in den bergischen Schoß hinein und bis in die Mitte. Da saßen am Tisch zwei Jungfrauen und spannen und unterm Tisch saß der Teufel - aber angekettet. Ringsherum standen in Körben Gold und Edelsteine.
“Nimm nur, aber vergiss das Beste nicht”, sprach die Jungfrau. Da legte der Schäfer die springwurz auf den Tisch, füllte die Taschen und ging. Die Springwurz aber ließ er auf dem Tische liegen. Wie er durch das Tor trat, schlug die Tür hinter ihm zu und traf ihn hart in die Fersen. Mit Mühe kroch der Schäfer ans Ende der Höhle und erfreute sich bei Tageslicht am Anblick des Schatzes. Als er die Summe überzählte, wollte er sich den Weg zur Höhle merken und gedachte noch einmal zurück zu kommen. Als er sich umdrehte, konnte er weder den Eingang noch den ausgang entdecken, durch den er gekommen war. Er hatte das Beste, nämlich die Springwurz, in der Höhle vergessen.





