Der 6. Durchgang
Der Köterberg an der Paderborn Liebschenberg mag wohl eher den Göttern geholfen haben. Viel erzählt von ihm die Saage, dass er innen voll von Schätzen sein soll, das an seinem beharzten Fuß eine Herzburg gestanden haben mag, deren Reste noch zu sehen und zwei Stunden von hier eine Hüneburg. Öfterst haben die Hünen, die drinnen wohnten, die Lämmer herüber geworfen. Einem Schäfer, der drüben seine Schafe hütete, erschien eine Göttin in silberner Tracht. Die trug in ihrer Hand die Springwurst und sagte dem Schäfer:
“Komm, folge mir!”
Da freute sich der Schäfer und folgte ihr, voller Vorfreude, in den Köterberg hinein, bis am Ende des Ganges eine schwere Eisentür das weitergehen Hemmte.
“Halte die Springwurst an das Schloss!”
Und als der Schäfer gehorchte sprang das Schloss knarrend auf. Nun wanderten sie weiter, tief, tief in den bergischen Schoß hinein, bis in die Mitte. Da saßen am Tisch zwei Jungfrauen die spannen und unterm Tisch der teufel, der war aber angekettet. Rings herum standen im Kreis Gold und Edelsteine.
“Nimm nur, aber vergiss das Beste nicht!” Sprach die jungfrau. Da legte der Schäfer die Springwurst auf den Tisch, füllte die Taschen und ging. Die Springwurst aber, ließ er auf dem Tische liegen. Wie er durch das Tor trat, schlog die Tür hinter ihm zu und schlug ihm in die Fersen. Mit Mühe kroch der Schäfer aus der Höhle und erfreute sich am Tageslicht am Anblick seines Schatzes. Als er die summe zählte wollte er sich den Weg merken und gedachte noch ein Mal wieder zu kommen. Als er sich umdrehte konnte er weder den Eingang noch den ausgang sehen, durch den er gekommen war. Er hätte das Beste, nämlich die Springwurst, in der Höhle vergessen.





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